Hier stelle ich mein Tiny House hin



Leben im Tiny House: Mai 2021 Eine neue Zeitrechnung beginnt für mein Projekt "Vegan und Autark". Ich habe ein Grundstück gekauft und es dadurch endlich geschafft, dass mein Tiny House, der Wohnwagon "Gandalf", einen vernünftigen Stellplatz bekommt. Juchu🥳


Anlässlich zu diesem historischen Ereignis habe ich mir erlaubt diesen Blog auf meiner Homepage zu starten. Dieser soll dich monatlich auf den neusten Stand der Dinge bringen. Und heute möchte ich dir erste Eindrücke vom Grundstück zeigen. Und meine besten Tipps, wie du auch einen Stellplatz finden kannst.


Wie habe ich das überhaupt geschafft mit dem Grundstück? Das war wichtig für meinen Erfolg: ich hatte mir zu Beginn einen Anforderungskatalog für mein Grundstück erstellt. Diese sieben Kriterien waren für mich während meiner Suche immer ein guter Orientierungspunkt.


7 Kriterien für meinen Tiny House Stellplatz

  • Deutschland - Mir war es wichtig, dass meine "Basis" in Deutschland ist. Und mein Grundstück befindet sich auch in Deutschland. Wo genau verrate ich dir später. So viel: es ist nicht in Bayern.

  • Naturnah - Ich habe bei meiner Suche darauf geachtet, dass in der Nähe möglichst viel Natur zu finden ist. Auch diese Anforderung erfüllt mein Grundstück: dort ist ein großes Waldgebiet.

  • 30-50 Tsd. Euro - Mehr als 50.000 Euro wollte ich nicht ausgeben. Und das habe ich geschafft. Mein Grundstück hat 44.500 Euro gekostet. Hinzu kommen allerdings noch 5% Grunderwerbssteuer, Notarkosten sowie diverse Erdarbeiten.

  • >1000 Quadratmeter - Ich wollte ein Grundstück, das größer als 1.000 Quadratmeter ist. Das habe ich nur fast geschafft, denn es sind 857 Quadratmeter geworden. Ich habe also 52 Euro pro Quadratmeter bezahlt.

  • Eigentum - Nach den schlechten Erfahrungen mit meinen ehemaligen Verpächtern, war mir eigener Grund und Boden wichtig. Und wer ist schon ohne ein eigenes Grundstück wirklich autark? Eben.

  • Erschlossen - Ich brauche für mein Haus keine Anschlüsse. Aber in Deutschland herrscht Anschluss-Zwang. Deswegen habe ich ein voll erschlossenes Grundstück in einem ganz normalen Wohngebiet erworben. Und wer weiß wozu ein solches "Backup" noch gut ist.

  • Community - Ich hatte überlegt wieder in eine Gemeinschaft zu gehen, aber die Erfahrungen in Mehlmeisel haben mich von der Idee "geheilt". Ich freue mich jetzt auf eine gute Nachbarschaft, aber ebenso auf eine gewisse Distanz und Privatsphäre.

Zusammengefasst erfüllt mein Grundstück fast alle ursprünglichen Kriterien. Es ist lediglich ca. 150 qm kleiner als geplant. Ich bin zufrieden. Es gibt jedoch ein paar kritische Besonderheiten, auf die ich später noch zu sprechen komme.


Tiny House Stellplatz
Das Grundstück aus der Vogelperspektive

In 7 Schritten zum eigenen Grundstück


Das Thema Stellplatz ist in der deutschen Tiny House Community eine Never-Ending-Story. Für viele scheint es wirklich unmöglich zu sein einen Platz fürs eigene Tiny zu finden. Ich habe, nachdem mich die Campingplatz-Betreiber in Mehlmeisel nicht mehr wollten, in relativ kurzer Zeit ein neues Grundstück gefunden. Mein Pachtplatz wurde im August 2020 gekündigt und 9 Monate später stehe ich auf meiner grünen Wiese. Wie habe ich das gemacht?


1.) Region / Bundesland wählen

Nachdem du für dich die Kriterien (siehe oben) festgelegt hast, ist es im ersten Schritt hilfreich sich erstmal für ein Bundesland und dann für eine dortige Region zu entscheiden.


2.) Internet-Recherche

Im zweiten Schritt habe ich auf Suchplattformen (z.B. Immobilienscout) sehr viele (d.h. mindestens 10, besser 20) Grundstücke herausgesucht. Es lohnt sich auch ein Blick auf die Webseiten von den Gemeinden. Ich habe nach ganz normalen Baugrundstücke in Wohngebieten gesucht.


3.) Routenplanung und Durchführung

Wichtig dabei ist wirklich, dass diese Grundstücke zusammenhängen und in einer Autotour an einem Tag zu besichtigen sind. Viel mehr als 5-7 Grundstücke an einem Tag kann ich auch nicht empfehlen. Absolute Reizüberflutung, ich habe mich danach manchmal ziemlich ausgebrannt gefühlt. Am besten auch von jedem Grundstück Fotos machen und sich eine Excel-Tabelle anlegen, da du ansonsten garantiert den Überblick verlieren wirst.


4.) Detaillierte Informationen einholen

Im vierten Schritt den Makler oder die Gemeinde für weitere Informationen kontaktieren, wenn dir Grundstücke zusagen, insbesondere den Bebauungsplan. Dort kannst du herausfinden, ob das eigene Tiny House abgestellt werden darf. Bei mir scheiterte es in der Regel an meinem Flachdach, da häufig nur Satteldächer erlaubt sind. Makler werden nach Provision bezahlt und verdienen erst Geld, wenn du kaufst. Sie sind deswegen häufig sehr freundlich zu dir. Lass dir also nichts aufschwatzen!


5.) Bauvoranfrage stellen

Im fünften Schritt beim zuständigen Bauamt eine Bauvoranfrage stellen. Das muss man nicht machen, aber es ist aus meiner Sicht einfach wichtig, um irgendetwas offizielles "in den Händen" zu haben. Ich habe mehrere Bauvoranfragen gestellt, aber ich denke mehr als 3-4 auf einmal sind übertrieben (kostet auch alles wieder Geld). Während der Bauvoranfrage unbedingt bei der Gemeinde oder dem Makler das Grundstück reservieren lassen.


6.) Mit dem Bauamt kommunizieren & weitersuchen

Im sechsten Schritt bei einer Ablehnung weitersuchen, oder ggf. die Bauvoranfrage nachbessern (z.B. Dokumente für das Bauamt nachreichen). Ich kann auch wirklich empfehlen von Anfang an mit den Behörden zu telefonieren und lieber einmal mehr anrufen und nachfragen. Auch, wenn das im Internet so kommuniziert wird: dort sitzen keine Leute, die per se etwas gegen Tiny Houses haben - war eher Gegenteilig bei mir, dass die sich sehr aufgeschlossen für sowas interessiert haben!


7.) Warm werden mit deinem Grundstück

Im siebten Schritt unbedingt nochmal Zeit investieren und sich bei einem positiven Bescheid das Grundstück und die Umgebung mal einen ganzen Tag in Ruhe anschauen und alles auf sich wirken lassen. Am besten mit einem Stuhl oder einer Decke auf dein potenzielles Grundstück setzen. Mit neugierigen Nachbarn ins Gespräch kommen. Hier ist jede Info wirklich extrem wertvoll, denn die haben Insider-Informationen, die du sonst nicht bekommst. So habe ich mich trotz positiver Bauvoranfrage noch im letzten Moment gegen mein Favoriten entschieden. Hatte plötzlich gar kein gutes Gefühl mehr. Und ein anderes Grundstück (mein jetziges) war auf einmal vollkommen anders in meiner Wahrnehmung. Liebe auf den zweiten Blick.


Zusammengefasst ist die Grundstückssuche echt viel Arbeit und kurzzeitig wirklich ein Vollzeit-Job. Aber eben auch kein Hexenwerk. Nimm dir am besten ein paar Wochen Urlaub dafür, falls das möglich ist und dann zieh es einfach durch!




Das perfekte Grundstück gibt es nicht. Oder doch?


Irgendwas ist ja immer. Das war eine wichtige Erkenntnis, die ich auf meiner Suche festgestellt habe. Manche Sachen schließen sich auch einfach gegenseitig aus. Für mich war das "Naturnahe" immer wieder das größte Problem, denn der Aspekt einer gesunden Wohnumgebung ist mir sehr wichtig. Und letztlich auch der Grund, warum ich die Stadt verlasse.


Leider ist Deutschland dahingehend ziemlich verseucht. Atom- und Kohlekraftwerke sowie deren Endlagerung und Wiederaufbereitung. Autobahnen. Truppenübungsplätze, auf denen völlig unkontrolliert z.T. mit giftiger Munition geschossen wird. Verseuchter Boden und verseuchte Luft und verseuchtes Wasser durch irgendwelche Industrie, vorzugsweise durch bestialische Massentierhaltung und glyphosathaltige Monokulturen usw. und sofort. Eine kleine Google Recherche deiner Traumlocation, gespickt mit ein paar kritischen Suchbegriffen, ist also ebenfalls im Vorfeld ratsam.


Liebe auf den zweiten Blick


So gab es auch bei meinem jetzigen Grundstück drei Punkte, die es zumindest nicht von Anfang an zu meinem Top-Favorit werden ließen. Hinzu kam, dass ich das Grundstück zum ersten Mal im tristen November sah und es auch das letzte Grundstück an einem langen Besichtigungstag war.


Die Hanglage

Eine gerade Fläche ist einfach praktischer, als eine schräge. So einfach ist das schon. Eine Terrassierung (schreibt man das so?) des Grundstücks produziert zusätzliche Kosten. Hat das auch etwas Gutes? Ja, denn ich habe dadurch eine unverbaubare, malerische Weitsicht.


Der Acker

An das Grundstück grenzt eine Fläche an, die 100%ig "konventionell" bewirtschaftet wird. Doch dieses Problem besteht auf dem Land überall. An Tagen, an denen gespritzt wird, ist das Gift sowieso überall in der Luft. Und die Gülle stinkt auch überall und verunreinigt das Grundwasser gleichermaßen. Hat das auch etwas Gutes? Ich denke nicht. Vielleicht, dass ich mich als ein Ex-Stadtmensch mit der Problematik auseinandersetzen muss.


Das Nachbarhaus

Das ist vielleicht etwas hart formuliert, aber ich finde das Haus, das an meiner Südseite steht, nicht sonderlich attraktiv. Damit meine ich aber nur meine direkte Sicht auf die Fassade. Ich finde es hingegen schön, dass das Grundstück einen so verwilderten Garten hat. Von daher gleicht sich das aus. Und vielleicht sind die Nachbarn (die ich noch nicht kenne) dafür auch besonders freundlich.


(Die Einsamkeit)

Hatte ich nicht auf meiner Liste: das war der einzige Contra-Punkt, den ich von ein paar Mitmenschen aus meinem Umfeld dazu gehört habe. Für mich ist das kein Problem, da "alleine sein" für mich nicht mit sich "einsam fühlen" gleichzusetzen ist. Und ich bin sogar für eine gewisse Zeit sehr gerne alleine. Tatsächlich fühle ich mich manchmal eher in der anonymen Stadt einsam, obwohl ich hier nicht alleine bin. Ich kenne jetzt schon mehr Nachbarn in meiner neuen Straße auf dem Land, als Nachbarn in meiner ehemaligen Straße in Hannover.


Aber hey, damit hier kein falscher Eindruck entsteht: ich fühle mich dort sehr wohl. Und ich kann es kaum erwarten, bis Gandalf endlich ankommt, weil ich dort auch nicht mehr weg möchte☺️


Wie geht es nächsten Monat weiter?


Im Mai habe ich es tatsächlich geschafft ein geeignetes Grundstück zu kaufen. Und ich bin sehr glücklich, dass das geklappt hat. Im nächsten Monat - dem Juni - möchte ich das Grundstück für mein Tiny House vorbereiten. Das bedeutet, dass das Grundstück z.B. vermessen werden muss. Oder, dass Erdarbeiten durchgeführt werden müssen (Fundament, Strom/Wasser-Anschlüsse). Außerdem habe ich Erstkontakt mit den Einheimischen!


Wenn du mein Projekt weiterhin mitverfolgen möchtest, dann abonniere meinen kostenlosen Newsletter. Ich schicke dir dann einmal im Monat zur Erinnerung eine kurze E-Mail, dass es wieder Neuigkeiten gibt. So bleiben wir auch unabhängig von "sozialen Medien" in Kontakt.


Herzliche Grüße,

Michael Mey

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Sedanstraße 2, 30161 Hannover

E-Mail: michaelmey2003@gmx.de

Phone: +49(0)17687077570

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