Wohnwagon Gandalf - Roomtour durch Michael's Tiny House



Leben im Tiny House: September 2021 Nach einer langen Reise steht mein Wohnwagon Gandalf endlich und ich habe den ersten Monat in meinem Tiny House verbracht. Geil! Oder doch nicht? Auf jeden Fall bin ich unendlich erleichtert, dass Gandalf erfolgreich gelandet ist. Dieser Weg hat mir immer wieder unerwartete Überraschungen abverlangt und eine endlose Geduld. Ich gewähre dir diesen Monat einen ersten Einblick (neudeutsch Roomtour) und spreche über kleinere und größere Probleme, die sich ereignet haben.


Notiz: Das Video für diesen Monat findest du hier ganz unten (runterscrollen)!


Doch es macht für mich in einem solchem Moment der Freude durchaus Sinn nochmal kurz zu überlegen...


Was bisher überhaupt geschah


2017 hörte ich zum ersten Mal von den komplett autarken Tiny Houses on Wheels, welche die Firma Wohnwagon im österreichischen Gutenstein baut. Und ich war von dem Konzept sofort begeistert. Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt komplett pleite. Zum Glück drehte das Rad des Schicksals sich wenig später wieder zu meinen Gunsten. Und eine Finanzierung wurde möglich.


Entscheidung für ein Leben im Tiny House


Also habe ich mir gesagt: "Butter bei die Fische!". Ich habe mich Ende 2018 weitestgehend (so ganz schaffe ich das wohl nie) von inneren und äußeren Dämonen meines alten Lebens befreit. Nach einem kurzen Aufenthalt im Kloster habe ich mich Anfang 2019 konkret dafür entschieden in ein Tiny House zu ziehen. Um das Wohngefühl gleich auf Herz und Nieren zu prüfen, habe ich in den verschiedenen Wohnwagons "Fanni", "Karl", "Hans Hagebutte" und "Anna Apfelminze" zur Probe gewohnt.


Zusammen mit meiner Ansprechpartnerin Theresa entwickelte ich in ausführlichen Video-Calls ein individuelles Konzept für meinen eigenen Wohnwagon. Und ich bastelte mir dazu selber im 3D-Modell mein kleines Traumhaus.


Zu dieser Zeit startete ich auch meinen YouTube Kanal "Vegan und Autark - Leben im Tiny House".


Einmal ins Tiny House Village... und zurück


Außerdem habe ich mich von Anfang an nach einem Stellplatz umgeschaut. Und bin im sogenannten Tiny House Village in Mehlmeisel fündig geworden. Noch ohne eigenes Tiny House unterschrieb ich blind einen Pachtvertrag, verließ meine Heimatstadt Hannover und wohnte dort über ein Jahr im Gemeinschaftshaus. Die Wartezeit auf Gandalf vertrieb ich mir dort u.a. damit eine Kräuterspirale für den noch leeren Permakultur-Garten zu bauen, einen Crashkurs bei Lena zum Konditormeister zu absolvieren und mit Rolf sehr viel im tristen Frost-Wald spazieren zu gehen.


Doch es sollte dort kein gutes Ende nehmen. Nachzulesen ist diese Passage meiner Reise in dem hervorragenden Buch von meinem Ex-Nachbarn Rolf: "Warum Tiny Houses keine Keller haben - Teil 2".


Mein Tiny House war fertig... und ich auch


Just in dem Moment der Kündigung wurde mein Wohnwagon Gandalf fertig. Er wurde innerhalb weniger Wochen in Gutenstein gebaut. Aber die Wartezeit bis zum Baubeginn war einfach ewig lang. Nun stand ich ohne Stellplatz, dafür aber mit einem wunderschönen Tiny House da. Und machte mich umgehend auf die Suche nach einem eigenen Grundstück.


Das Fiasko im Tiny House Village hatte mir zu denken gegeben und die bittere Erkenntnis gebracht: sozialen Frieden kann es langfristig wohl nur unter Menschen geben, die sich auf Augenhöhe begegnen können. Also, warum dann nicht "normale" Nachbarn in einem "normalen" Wohngebiet? Es war trotzdem ein Kraftakt ein geeignetes Baugrundstück zu finden. So ein bisschen, wie die Reise nach Jerusalem. Aber im Frühjahr 2021 wurde ich fündig und kaufte meine grüne Wiese. Irgendwo im ländlichen Niedersachsen, fernab der Landeshauptstadt.


Gandalf kommt endlich an


Die letzten Monate in diesem Jahr habe ich damit verbracht das Grundstück vorzubereiten. Es musste einerseits auf dem Hanggrundstück eine ebene und stabile Fläche geschaffen werden. Andererseits mussten Schächte ausgehoben und Rohre verlegt werden, damit mein Minihaus ordnungsgemäß an die Ver- und Entsorgungnetze angeschlossen werden kann. Das hat viel Geld und noch mehr Nerven gekostet, aber schließlich war es soweit: mein Tiny House wurde im August geliefert und erfolgreich aufgestellt.


Das bringt uns schließlich ins Hier und Jetzt. Ich öffne zum ersten Mal Gandalf's Tür. Und gebe dir eine ausführliche Roomtour - natürlich ist er noch komplett nackt und nicht wohnlich eingerichtet. Aber nun erstmal hereinspaziert. Los gehts!


Die erste Roomtour durch Gandalf



Wir starten die Roomtour mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Das war wirklich am Morgen meines Geburtstages dem 5. September. Ein unfassbar schönes Geburtstagsgeschenk.


Gandalf ist ein Tiny House On Wheels. Er ist 10 Meter lang, 4 Meter hoch und ca. 2,70 Meter breit und kommt mit dem zugestellten Erker auf eine Wohnfläche von ca. 27 Quadratmeter. Er gilt zudem in seiner Ausstattung als voll-autark. Es ist also - zumindest theoretisch - möglich das Tiny House komplett ohne externen Wasser- und Stromanschluss zu betreiben. Designtypisch sind die beiden abgerundeten Ecken und mehrere, kleine Bullaugen-Fenster.


10 Solarpanele sorgen für Strom


Absolut auffällig ist in dieser Hinsicht die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Es handelt sich um eine vom Stromnetz unabhängige Inselanlage. Sie ist nach Süden ausgerichtet und besteht aus 10 einzelnen Modulen. Jedes Modul kann bis zu 300 Watt erzeugen. Die von mir gemessene Spitzenleistung lag bei 2.800 Watt Produktionsleistung zur Mittagszeit.



Die überschüssige Sonnen-Energie wird in einer großen Batterie gespeichert und kann bis zu 6 kWh speichern.


Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn mir höhere Strompreise in der Zukunft, oder vielleicht sogar größere Stromausfälle vollkommen egal sein können. Abgesehen davon ist es ebenso gut zu wissen, dass mein Strom garantiert zu 100% aus Sonnenenergie besteht.


Es wird ein spannendes Experiment werden, ob ich so das über das ganze Jahr hinweg genug Strom produzieren kann.



Jetzt im September hat der Strom auf jeden Fall gereicht, wie du an dieser Grafik erkennst. Dort siehst du den Stromverbrauch für jeden Tag dargestellt mit einem blauen Balken und den produzierten Strom mit einem gelben Balken. Die Gelben Balken sind jeden Tag größer, als die blauen Balken. Und das bedeutet, dass der von mir produzierte Strom meinen Bedarf gedeckt hat. Auch die Batterie war nie unter 75% ihrer Ladekapazität.


Das siehst du an dem blauen Verlauf oberhalb. Den größten Stromverbraucht hatte ich an meinem Geburtstag, dem 5. September.

Die Datenlücke ist leider entstanden, weil ich das Lan-Kabel aus meinem Internet-Router herausgezogen hatte. Ich werde dir auf jeden Fall jeden Monat berichten, ob ich mit meiner Photovoltaikanlage genug Strom produzieren konnte. Besonders spannend wird das jetzt im Herbst und Winter werden.


Dachbegrünung... kommt noch


Das Flachdach, auf dem die PV-Anlage steht, wird in der nächsten Zeit noch mit Pflanzen begrünt werden. Dachbegrünung haben sehr viele Vorteile, auf die ich dann zu sprechen komme, sobald mein Dach auch tatsächlich begrünt ist.


Türen, Fenster und Außenverschalung aus Lärchenholz


Die Fenster, Türen und die Außenfassade besteht aus unbehandelten Lärchenholz. Durch den hohen Harzanteil der Lärche ist dieses Holz sehr witterungsbeständig. Ich habe mich dafür entschieden das Holz nicht zu behandeln. Das bedeutet, dass es durch die Umwelteinflüsse nach und nach vergrauen wird. Gandalf, der Graue also.




Außerdem spiele ich mit dem Gedanken die Fassade zukünftig zu begrünen und tendiere aktuell zu "Wildem Wein" - Rankgitter dafür existieren bereits links und rechts vom Eingangsbereich. Dort habe ich auch eine praktische Treppe sowie eine Überdachung - ebenfalls aus Lärchenholz.


Erker zur Vergrößerung des Wohnbereichs


Der Wohnbereich im Haus wird durch einen zugestellten Erker vergrößert. So werden ca. 6 qm zusätzlicher Platz geschaffen. Das ist wahnsinnig viel, wenn man nur so wenig Raum zur Verfügung hat. Der Erker besitzt die für meinen Hersteller charakteristischen drei runden Fenster. Unter dem Erker befindet sich Platz für Brennholz. Ich bin gerade dabei Holz für den Herbst und Winter zu bestellen.


Die Lieferung kommt hier voraussichtlich am 18. Oktober an. Ich habe erstmal nur 4 sogenannte Schüttraum-Meter bestellt und mich für kammergetrocknetes Buchenholz entschieden. Das ist vermutlich zu wenig, um damit durch den Herbst und Winter zu kommen. Aber ich kann immer noch Holz nachbestellen. Momentan liegen noch ein paar Werkzeuge unter dem Erker. Nächstes Jahr werde ich mich um einen anderen Lagerplatz für diese kümmern müssen.


Pflanzenkläranlage für sauberes Wasser


Ein weiteres, wichtiges Element für die Autarkie ist die Pflanzenkläranlage hinter meinem Tiny House. Darin wird das anfallende, sogenannte Grauwasser gefiltert. Grauwasser entsteht bei mir durch Duschen, Wäsche waschen und Geschirr spülen. Dieses nur leicht verschmutzte Wasser wird aus dem Tiny House in die kleine Kläranlage hinter meinem Haus geleitet.


Das Füll-Material aus Holzschnitzeln und Kohle sowie die Sumpfpflanzen selbst, reinigen dann das Wasser. Leider muss ich das Wasser anschließend aus rechtlichen Gründen in die Kanalisation leiten - was ich auch mache. Aber ich würde das Wasser lieber komplett aufbereiten und selber wiederverwenden dürfen. Vielleicht ist es in Zukunft irgendwann gesetzlich auch möglich das genauso zu machen. Denn es ist irgendwie zu schade um das Wasser.


Dann schauen wir uns Gandalf jetzt von innen an.


Schlafbereich mit großzügigem Bettpodest


Zuerst den Schlafbereich. Dieser befindet sich in einer der beiden Rundungen und ist nach Westen ausgerichtet. Die Rundung ist innen mit Lehmputz verkleidet. Wand und Decke sind mit regionalem Fichtenholz aus Österreich vertäfelt. Lehm und Fichtenholz sind weiß gestrichen. Isoliert ist die Wand mit einer Dämmung aus Thermohanf.


Normalerweise benutzt mein Hersteller Schafswolle, aber ich habe mich hier bewusst für ein veganes Material entschieden. Der Wandaufbau ist diffusions-offen, d.h. umgangssprachlich er ist atmungsaktiv. Die drei Fenster aus Lärchenholz lassen sich alle nach innen öffnen und kippen. Aufgrund meiner dicken Wände, habe ich sogar kleine Fensterbänke. Nachts ist es hier so ruhig, dass ich gar nicht merke, dass ein Fenster offen ist. Die Fenster selbst sind alle mit Fliegengittern ausgestattet, um unerwünschte Besucher fern zu halten.


Im Mittelpunkt des Schlafbereichs steht natürlich das wie ich finde wunderschöne, ebenerdige Bettpodest. Darauf befindet sich ein 160cm x 200cm Schlafbereich mit zwei Matratzen. Hier könnten problemlos zwei Personen schlafen. Das Bettpodest ist mit hochwertigem Eichenholz verkleidet und besitzt unten drei geräumige Schubladen, die praktischen Stauraum bieten. Hinten in der Rundung ist auch noch viel Fläche, um dort Dinge abzulegen - oder vielleicht auch noch Platz für ein paar dekorative Elemente. Nachts ist es hier schön dunkel.


Trotzdem werden im Schlafbereich außen noch Fensterläden an den drei Fenstern angebracht. Ich habe mich bewusst gegen Lampen und Steckdosen im Schlafbereich entschieden, um dort den Elektrosmog so gering wie möglich zu halten. In naher Zukunft wird noch eine Abtrennung des Schlafbereichs mittels eines Vorhangs möglich sein. Und über dem Bett an der Wand könnte ich mir sehr gut ein größeres Bild vorstellen.


Kommen wir vom Schlafzimmer nun in mein Wohnzimmer.


Ein multifunktionales Wohnzimmer im Erker


Im Erker und damit im Zentrum meines Tiny Houses befindet sich mein multifunktionales Wohnzimmer. Ich habe mir in der Planungsphase sehr viele Gedanken gemacht und im Wohnzimmer erkennst du sehr gut das Design und den Stil, den ich für mein Haus insgesamt kreiert habe: naturbelassene Farben und Materialen, die schick und zeitlos wirken.


Ich will ja auch optisch möglichst lange Freude an meinem Gandalf haben!


Ein praktisches Element im Wohnzimmer ist die Eckbank, die gleichermaßen zum Sitzen am Tisch als auch zum Chillen sowie zum Schlafen genutzt werden kann. Sie bietet zusätzlichen Stauraum und lässt sich in eine Schlafcouch umfunktionieren. So wird mein Wohnzimmer bedarfsweise auch zum Gästezimmer. Auf der Eckbank befinden sich Sofaelemente aus 100% Baumwolle. Rückenelemente und zusätzliche Kissen werden noch dazu kommen.


Die drei Bullaugen-Fenster sind zur Nordseite ausgerichtet und sehen nicht nur ziemlich cool aus, wie ich finde, sondern spenden auch an bewölkten Tagen noch angenehmes Tageslicht. An der Seite befindet sich zusätzlich ein großes, nach Westen ausgerichtetes Fenster, so dass auch am Abend noch natürliches Licht im Wohnzimmer vorhanden ist.


Vor der Eckbank befindet sich ein Tisch aus Eichenholz. Dieser kann bei Bedarf auch noch auf die doppelte Größe gebracht werden. Bis zu vier Personen können ganz bequem in meinem Erker sitzen - aber sechs Personen sind auch noch ohne Probleme möglich.


Der Platz am Tisch hat sich schon jetzt zu meinem Lieblingsort im Tiny House entwickelt. Hier kann ich essen, arbeiten, einen Film gucken. Oder diesen Text schreiben. Und das alles ohne von irgendwem gesehen zu werden.



Besonders schön finde ich den Blick vom Erker durch die Eingangstür nach draußen in Richtung Süden. Wenn der linke Vorhang zu bleibt, dann habe ich auch einen Sichtschutz zum Nachbarn und kann in die Natur schauen.






Ganz besonders wichtig und schön sind auch der Kleiderschrank, die Kommode und die drei Regalbretter. Im Kleiderschrank habe ich wirklich sehr viel Platz. Meine Klamotten für den Winter und den Sommer befinden jetzt bereits im Schrank. Er ist nicht einmal halb voll geworden. Gut. Ich habe aktuell auch z.B. nur drei T-Shirts.


Die drei mit Eichenholz verblendeten Schubladen der Kommode sind echt episch groß und bestehen aus hochwertigem Buchenholz. Die drei Regalbretter über der Kommode sind jeweils mit praktischen Steckdosen versehen worden.






Der Boden in meinem Tiny House ist ein helles Parkett aus Wildeiche. Fühlt sich wirklich sehr gut an darauf zu gehen. Und wirkt auch warm und freundlich. Manchmal denke ich, dass ich eine Fußbodenheizung habe so angenehm ist das Gefühl unter den Füßen.


Kommen wir zum nächsten Wohnbereich: willkommen in meiner Küche.


Eine große Küche mit vielen Möglichkeiten


Die Küche befindet sich auf der anderen Seite, gegenüber vom Schlafzimmer. Eine großzügige Küche war mir von Anfang an wichtig. Leben im Tiny House. Schön und gut. Aber in der Küche brauche ich einfach Platz für meine speziellen Küchengeräte, auf die ich einfach nicht verzichten will, wie z.B. meinen Entsafter, Mixer, oder meine Küchenmaschine.


Auf der einen Seite der Küche befindet sich eine wirklich lange Arbeitsfläche mit einer schönen, weißen Spüle, die sich optisch hervorragend von der Arbeitsplatte abhebt. Der Wasserhahn hat 3-Wege und ermöglicht neben warmen und kaltem Wasser zusätzlich mit einem Hochleistungsfiltlter noch gereinigtes Wasser.


Über der Spüle ist ein Fenster mit der perfekten Größe. Es lässt sich ideal herausschauen, aber nur schlecht hinein. Über dem Fenster bzw. der Arbeitsplatte befindet sich ein tiefes und langes Regalbrett mit einer LED-Leiste für gutes Licht.


Unter der Arbeitsplatte ist neben viel Stauraum für Küchenutensilien auch Platz für einen Kühlschrank und meine Waschmaschine. Ganz rechts befindet sich ein Technikschrank, der hauptsächlich den Sicherungskasten für die Haus-Elektrik enthält.


Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich definitiv ein großes Highlight in der Küche. Mein wassergeführter Holzofen. Links ist die Brennkammer und rechts eine Backröhre. Auf dem Ofen lässt sich auch kochen, sobald sich die Heizplatte oberhalb der Brennkammer ausreichend erhitzt hat. Neben der Möglichkeit zum Backen und Kochen erfüllt der Ofen den Sinn, dass er im Winter zum Heizen benutzt wird. Er erhitzt dann Wasser in einem Pufferspeicher und diese Wärme wird dann sukzessive an zwei Heizkörper im Tiny House abgegeben. Ziemlich cleveres System, wie ich finde.


Hinter dem Ofen befinden sich weitere Küchenmöbel, die nochmals viel Stauraum in der Küche bieten, z.B. für Essensvorräte.


Eine weitere Besonderheit in meiner Küche ist das mobile Küchenkästchen. Dies ist ein mobiler Küchenschrank auf Rollen, der durch Aufklappen weitere Arbeitsfläche schafft. Und so auch als Kücheninsel genutzt werden kann. Inspiriert worden zu dieser Idee bin ich durch die gemeinsamen Backvideos mit Lena. Wenn ich mal Videos in meiner Küche drehe, dann kommt dieser mobile Schrank bestimmt zum Einsatz.


Im Boden in der Küche befindet sich der Eingang zum "Keller". Darin befindet sich die gesamte Haustechnik. Abgesehen von der Technik bietet der Keller noch extrem viel Stauraum für größere Gegenstände, wie z.B. für meinen Koffer, Wäscheständer, oder Staubsauger.


Den krönenden Abschluss in meiner Küche macht die Tür zum Badezimmer. Diese Schiebetür aus zwei Elementen trennt nicht nur mein Badezimmer ab, sondern ist zugleich ein Regal und ein Spiegel. Und das von beiden Seiten. Absolut genial gelöst!


Badezimmer mit schicker Duschkabine


Hinter der Schiebetür ist mein Badezimmer. Darin befindet sich eine für ein Tiny House große Duschkabine, die bei Benutzung mit Schiebetüren aus Glas abgetrennt wird. Ich habe mich bewusst gegen eine Regenwasser-Dusche-Armatur entschieden, weil ich sowas einfach nie benutze. Deswegen habe ich "nur" eine ganz normale Armatur. Allerdings habe ich mich für ein aufwändiges Mosaik aus Flussstein-Kieseln entschieden. Daran erfreue ich mich nämlich immer, wenn ich im Bad bin. Aus dem Bullaugen-Fenster heraus lassen sich die Nachbarn auch gut beobachten, während draußen von mir nur mein Kopf gesehen werden kann.


Im Badezimmer ist des Weiteren ein Unter- und Oberschrank aus massivem Eichenholz. Auf dem Unterschrank steht ein Waschbecken. Im Unterschrank selbst ist Platz für typische Bad-Utensilien. Der Oberschrank ist zugleich ein aufklappbarer Spiegelschrank.


Gegenüber befindet sich meine Trocken-Trenn-Toilette. Du kennst vermutlich bereits das Prinzip: darin werden Urin und Fäkalien voneinander getrennt. Das hat den Vorteil, dass diese nicht sauberes Trinkwasser verunreinigen, sondern sogar als Dünger im eigenen Garten kompostiert und wiederverwendet werden können. Sinnvolle Sache. Allerdings nicht unbedingt ein Gesprächsthema für das erste Date.


Das war die erste Roomtour durch mein noch junges Tiny House. Natürlich werde ich dir hier immer wieder jeden Monat größere und kleinere Einblicke in mein Tiny House geben. ich hoffe, dass ich dir diesmal einen guten Gesamtüberblick geben konnte.


Natürlich möchte ich dir nicht vorenthalten, wie es mir in den ersten 30 Tagen in meinem Tiny House ergangen ist. Aber du kannst es dir bestimmt vorstellen, denn...


Aller Anfang ist schwer


Im September hatte ich durchweg immer noch keinen Wasseranschluss. Dass bedeutet, dass ich die Dusche nicht benutzen, meine Wäsche hier nicht waschen und ich auch das Geschirr nicht abspülen konnte. Das war natürlich ein Problem und hat mich auch gestresst, da ein normaler Alltag so definitiv nicht möglich ist.


Meine Wäsche habe ich in Hannover gewaschen, das Geschirr mit Regenwasser und Mineralwasser gereinigt. Und mich selbst habe ich mittels erhitztem Wasser im Wasserkocher und einem Wasch-Bottich gesäubert. Geht alles. Ist aber komplett nervig. Und hat mich zu der Einsicht gebracht, dass ich eben immer noch auf einer Baustelle wohne. Und das Ganze eher mit einem Camping-Mindest betrachten sollte. Das macht es erträglich, aber nicht besser. Zum Glück wird mein Hausanschluss definitiv Anfang Oktober fertiggestellt. Darauf freue ich mich wirklich sehr!


Ansonsten muss ich mich erstmal in die neuen Geräte und Prozesse eingewöhnen. Der Ofen z.B. produziert beim Anheizen so viel Rauch und Gestank, dass ich lieber darauf verzichtet habe zu Heizen, dafür aber immerhin noch atmen konnte und die Bude nicht komplett verqualmt war.


Oder beispielsweise der Umstand, dass ich Anfangs noch keinen Kompost für meine Küchenabfälle und für die Hinterlassenschaften der Trocken-Trenn-Toilette hatte. Den ersten Sack Sch**** habe ich in meiner Not heimlich bei Nacht und Nebel in meinem Garten verscharrt. Unangenehme Sache. Aber natürlich auch echt witzig!


Jetzt nach vier Wochen komme ich langsam auch mental in meinem Tiny House an. Normalerweise brauche ich 3 Monate, um mich an einem neuen Ort wirklich einzuleben und an diese neue Umgebung zu gewöhnen. Hier könnte es schneller gehen, da ich das Gefühl habe, dass ich Gandalf schon lange kenne. Das liegt wohl daran, dass ich ihn ja zuerst in Gedanken und durch Träumen erschaffen habe und er sich dann Stück für Stück in der Realität materialisiert hat.


Wie geht es nächsten Monat weiter?


Zusammengefasst war der September sehr gut, ich genieße es endlich in meinem Tiny House zu leben, aber der Alltag ist noch etwas kompliziert.


Nächsten Monat werde ich das große Ganze wieder mehr in den Blick nehmen. Es bleibt also spannend!


Wenn du mein Projekt weiterhin mitverfolgen möchtest, dann abonniere meinen kostenlosen Newsletter. Ich schicke dir dann einmal im Monat zur Erinnerung eine kurze E-Mail, dass es wieder Neuigkeiten gibt. So bleiben wir auch unabhängig von "sozialen Medien" in Kontakt.


Herzliche Grüße,

Michael Mey

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Sedanstraße 2, 30161 Hannover

E-Mail: michaelmey2003@gmx.de

Phone: +49(0)17687077570

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